Titel Boxrock und Sandsack Geschlechtsspezifische Körperpraxen im Kampfsport
Autor*innen Andrea Thiem
Tagungsbeitrag in Journal of Martial Arts Research, 2026, Volume 9, Artikel 70.
Schlagworte Frauen, Autoethnografie, Habitus
Zitationsvorschlag
Thiem, A. (2026). Boxrock und Sandsack: Geschlechtsspezifische Körperpraxen im Kampfsport. Journal of Martial Arts Research, 9, Artikel 70. https://doi.org/10.25847/jomar.conference.70
Zusammenfassung
Ich habe seit Jahren als Ethnologin Material zum Thema sprachlicher Kodierung ungewohnter Bewegungsempfindungen gesammelt und habe mich u.a. mit Geschlechterzuschreibungen und deren Aktualisierung in Bewegungsstilen beschäftigt. Was passiert, wenn Frauen sich den kampfsport-typischen Körperpraxen aussetzen? Können sie das geforderte Verhaltensmodell problemlos adaptieren? Müssen sie eigene Wege finden – und wenn ja, welche – um eine für sie selbst befriedigende, also konfliktfreie und gesundheitsschonende, Trainingssituation und -gemeinschaft zu erleben? Die vorgefundenen Bewältigungsstrategien beschäftigen sich insbesondere mit der Gender-Performanz, wobei unterschiedliche Ausprägungen zwischen Trainings- bzw. Wettkampferscheinung und dem Zivilleben außerhalb sportlicher Zusammenhänge zu unterscheiden sind. Daher vertrete ich die These: Die jeweiligen Bewegungs>szenen< stellen selbstorganisierte soziale Räume dar und vermitteln so ihren jeweils spezifischen Habitus (im Sinn Bourdieus).
Abstract
In the course of years, as a cultural anthropologist, I collected relevant material focusing on the verbal codification of unfamiliar sensory perception of movement. So I got entangled with gender ascription and its actualisation in movement styles. What will happen if women expose themselves to martial bodily practices? Will they adapt the required body model free of problems? Do they have to find their own ways – and if so, which – to experience a satisfying training situation for themselves, without conflicts and health-friendly? The found coping strategies particularly take into use the performance of gender, whereas different expressions of performance in training or competition have to be discriminated from civil life afar from sportive contexts. So I am maintaining the thesis: The respective movement >scenes< represent social environments of their own, and so convey their specific habitus (in Bourdieu´s sense).